Grasse - Welthauptstadt des Parfums

Ein Blick auf die Stadt Grasse
Grasse - Welthauptstadt des Parfüms

Auf den ersten Blick erscheint das französische Grasse an der Côte d’Azur wie ein verschlafenes, kleines Städtchen und es lässt sich nur schwer erahnen, welch geschichtsträchtige Stadt es eigentlich ist.

Im Zentrum der Stadt herrscht stets ein reges Treiben und gut 10% der über 48.000 Einwohner arbeiten in der ansässigen Parfumindustrie. Das nur 20 Kilometer von Cannes entfernt gelegene Städtchen hat sich seinen Ruf als Welthauptstadt der Düfte durch die vielen traditionellen Parfumhäuser verdient. Diese wurden von den zahlreichen Fabriken beliefert, die rund um Grasse entstanden. Für die Parfumherstellung war der Standort Grasse besonders geeignet, da die vorherrschenden klimatischen Bedingungen ideal für den Anbau von einer Vielzahl wohlriechender Blüten wie der Mairose, des Jasmins oder der Orangenblüte sind.
    
Was man dem munteren Treiben in Grasse nicht ansieht: Die duftende Geschichte der Stadt begann schon in der Renaissance.

 

Aufstieg zur duftenden Stadt

Bereits im 16. Jahrhundert war die Stadt durch ihre alte Gewerbetradition bekannt: Das Gerberhandwerk. Grasse bot ideale Bedingungen für dieses Handwerk, denn für die Verarbeitung von Tierhäuten zu Lederwaren benötigte man viel Wasser. Da aber die hergestellten gegerbten Handschuhe einen stechenden Eigengeruch aufwiesen, versuchte man diesen zu überdecken und sie wurden einparfumiert.

Zu Beginn parfumierten die Gerber ihre Ware selbst, doch da die Nachfrage immer größer wurde, wurde aus dem Nebengewerbe eine eigenständige Profession. Das freute vor allem den Hof in Versailles, der den eigenen Gestank nur zu gerne von Kopf bis Fuß mit allerlei duftenden Pudern, Salben und Wässerchen überdeckte.

Neben endlosen Lavendel-, Rosen- und Jasminfeldern gab es auch Tuberosen, Mimosen, Nelken, Veilchen und viele weitere Blüten und Kräuter. Gleich vor den Toren der Stadt wurden die Rohstoffe angebaut und bescherten Grasse den Titel der duftenden Stadt.
Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts strömten Menschen aus ganz Europa nach Grasse, um das Parfumeur- Handwerk auszuüben und um die günstige Lage der Stadt auszunutzen.


Vorsprung durch Technik

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts spezialisierten sich die Grasser Parfumeure auf die Extraktion von Blütenessenzen. Die Entwicklung und Perfektionierung der Enfleurage-Technik, die bis ins 19. Jahrhundert andauerte, trug dabei wesentlich zum Ruhm der Stadt bei.

Das Stadtwappen von Grasse
Das Stadtwappen von Grasse

Die Enfleurage à froid, wie diese Technik in Fachkreisen genannt wird, eignet sich besonders für empfindliche Blüten, wie die der Tuberose. Die Blüten werden dabei auf mit frischem Fett bestrichene Glasplatten gestreut. In einem Zeitraum von ca. 3 Monaten kommen täglich neue Blüten hinzu, bis das Fett mit den Ölen der Blüten gesättigt ist. Als Fett wurde überwiegend Schweine- oder Rinderschmalz verwendet, dass für dieses Verfahren besonders rein und geruchlos sein musste. Anschließend wurde die kostbare Essenz mit Alkohol vom Fett getrennt. Das gesättigte Fett wurde auch direkt als duftende Pomade verkauft, welche als pflegende Creme Verwendung fand.

Diese Extraktionstechnik gilt bis heute nicht nur als die sanfteste Methode, sondern sie bringt auch die besten Ergebnisse in Hinsicht auf Qualität und Reinheit der entstehenden Blütenessenzen. Da die Enfleurage-Technik für heutige Verhältnisse aber extrem aufwendig ist und die damit gewonnenen Extrakte nahezu unbezahlbar sein würden, findet sie heute kaum noch Anwendung. 

Ein Bad in Parfum

Durch die einmaligen Entwicklungen wurde Grasse zu einer wohlhabenden und berühmten Stadt, woran auch der Pariser Hofstaat maßgeblich beteiligt war, denn die duftenden Produkte wurden von den Hofstaaten maßlos und verschwenderisch verwendet. Allen voran der Hof von König Ludwig des XIV., der von da an nur noch als Hof des Parfums“ bezeichnet wurde. Zu dieser Zeit galt Baden als ungesund und da die Menschen sich monatelang nicht wuschen, stanken sie dementsprechend. Mit großen Mengen Parfum, Salben und Puder versuchten sie dem Gestank Herr zu werden. Zusätzlich wurde ein Gesetz erlassen, welches die Benutzung von Parfum sogar vorschrieb. Dies ging soweit, dass der Adel ihre Düfte täglich wechselte, um damit den eigenen Status hervorzuheben. Durch diesen exzessiven Einsatz florierte die Parfumindustrie in Grasse und damit gleichermaßen die Popularität der Hauptstadt der Düfte. 

Die Kunst des Erfolgs

Die Strassen von Grasse
Die Straßen von Grasse

Noch heute sind traditionelle Parfumhäuser wie Galimard oder Molinard in Grasse ansässig und kreieren in ihren modernen Fabriken und Labors Parfums für die ganze Welt. Zwar sind die Blumenplantagen um Grasse herum seltener geworden, aber die Rohstofferzeugnisse der Stadt gelten noch immer als die besten der gesamten Parfumindustrie und werden weltweit exportiert.

 

Da die Stadt aus ihrer Industrie eine wahre Kunst gemacht hat, die auf Luxus und Qualität ausgerichtet ist, steht sie noch heute an der Spitze des weltweiten Wettbewerbs.

Die Parfumeurs-Kunst nimmt man wahr, wenn man eine Parfumerie besucht und während eines Workshops sein eigenes Parfum kreiert oder wenn man inmitten der Gässchen des historischen Zentrums spazieren geht.

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Die Stadt Grasse - Welthauptstadt des Parfums

Die Stadt Grasse wird selbst heute noch als Parfumhauptstadt gehandelt. Sie nahm ihre ersten Schritte im 16. Jahrhundert, als Gerber, um den Gestank ihres Handwerks zu übertünchen, ihre Produkte parfümierten. Da das Interesse an ihrem Produkt ständig wuchs, entstand aus einer Nebentätigkeit eine ganze Industrie. Schnell entwickelte Grasse diese Industrie, durch ihre günstige Lage und raschen technologischen Fortschritten. Der Hof in Versailles, der Parfum aus Gründen mangelnder Hygiene verschwenderisch nutzte, lieferte die nötige Initiative dafür. So entwickelte Grasse Verfahren wie Enfleurage, die unglaublich reine Düfte lieferten. Diese Ausübungen sind selbst heute noch qualitativ ungeschlagen, jedoch zu aufwendig um industriell genutzt zu werden. Deshalb haben sich die ansässigen Parfümeure modernisiert und erlesene Häuser wie Galimard bestehen und verhelfen der Stadt ihren Ruf als Wahrzeichen des Parfums zu bewahren.

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