Wie der Geruchssinn und "Riechen" funktioniert

Der Geruchssinn

Atmen wir durch die Nase ein, nehmen wir Duftbotschaften mit der Luft auf. In der Nase befindet sich die Riechschleimhaut, welche die Geruchsinformationen mit Hilfe von ungefähr 100 Millionen Riechzellen an das Gehirn weiterleitet.

Jede Riechzelle besitzt für diesen Zweck sogenannte Sinneshärchen. Diese fangen die Duftmoleküle auf. Eiweißstoffe in den Zellen reagieren mit den Molekülen. Dadurch wird ein chemischer Reiz ausgelöst, der anschließend in ein elektrisches Signal transformiert wird. An dieser Stelle gibt es zwei mögliche Wege für die Duftinformationen.

Der erste mündet in die Großhirnrinde, wodurch wir uns bewusst werden, dass wir gerade etwas riechen und daher auch in der Lage sind, diesen Duft einzuordnen. Der weitaus größere Teil der Informationen gelangt jedoch in unterschiedliche ältere Teile des Gehirns, zum Beispiel ins limbische System. Dort findet die Verknüpfung der Duftinformationen mit Emotionen statt ohne dass wir uns dessen bewusst werden. Unsere Geruchsempfindung kann von uns also zum größten Teil nicht bewusst beeinflusst werden.

Das Muster der Düfte und seine Entschlüsselung

Riechen und Duft-MoleküleDie Riechzellen in unserer Nase weisen faszinierende Eigenschaften auf. Alle 60 Tage erneuern sie sich, indem die alten absterben und neue an genau derselben Stelle nachwachsen. Jede Riechzelle gehört zu einem bestimmten Rezeptortyp, von denen es in der Nase 350 gibt. Diese helfen bei der Entschlüsselung der jeweiligen Duftbotschaften. Letztere bestehen aus verschiedenen Kombinationen chemischer Bausteine.

So enthält ein Rosenduft beispielsweise ganze 500 Komponenten.  An jeden Rezeptortyp dockt eine dieser Komponenten an. Dadurch entsteht dann das einzigartige Muster eines Duftes.

Sind wir längere Zeit ununterbrochen einem bestimmten Geruch ausgesetzt, erlahmt die Wahrnehmungsfähigkeit für diesen speziellen Duft. Das liegt daran, dass die angesprochenen Rezeptoren eine Reaktivierungsphase benötigen.

Die Geruchskompetenz des Menschen

Im Allgemeinen kann ein Mensch ungefähr 10.000 verschiedene Düfte wahrnehmen. Ohne ein spezielles Training schafft er es allerdings nur, die Hälfte davon zu benennen. Erfahrene Parfümeure erkennen unter Umständen bis zu dreimal so viele unterschiedliche Düfte wie ein normaler Mensch. Man schätzt, dass die Natur ungefähr 1 Million Gerüche aufweist, die theoretisch wahrgenommen werden können. Ursprünglich wurde der Mensch zu den sogenannten Mikrosmaten, den Wenigriechern, gezählt. Ihm als überlegen galten die Makrosmaten, die Vielriecher, zu denen zum Beispiel der Hund gehört. Inzwischen herrscht eine differenziertere Sichtweise vor. Im Gegensatz zu Hunden, die besonders gut Fettsäuren riechen können, wodurch sie den Schweißgeruch ihrer Beute aufspüren, weisen Menschen beispielsweise eine höhere Geruchssensibilisierung für Fruchtdüfte auf.

Der Geruchssinn zählt zu den ältesten Sinnen des Menschen. Dennoch gilt er bis heute als nicht ausreichend erforscht. Anders als bei Bildern und bei Tönen handelt es sich aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur der verschiedenen Duftstoffe bei Gerüchen um äußerst komplexe Reize. Eng verbunden ist unser Geruchssinn mit dem Geschmackssinn. Ein gutes Beispiel dafür stellt das retronasale Riechen dar: Wenn wir etwas essen, gelangen Duftstoffe aus dem Mundrachenraum über Nervenendigungen in die Nase. Die dadurch empfangenen Reize werden von vielen Menschen als Geschmacksreize wahrgenommen. Empfindungen wie „scharf“, „beißend“ und „brennend“ werden uns jedoch durch den Geruchssinn vermittelt.

 

Die Funktionen des Geruchssinns


Wie das Geruchsorgan funktioniertUnsere olfaktorische Wahrnehmung übermittelt uns viele, nicht nur für unsere Vorfahren überlebenswichtige Botschaften. Duftstoffe helfen bei der Identifizierung von genießbaren Nahrungsmitteln, während sie vor ungenießbarer oder giftiger Speise warnen. Verdorbenes Fleisch beispielsweise erkennen wir anhand des Geruchs nach Buttersäure. Im Fall eines Brandes werden wir zuerst durch den Rauchgeruch auf die Gefahr aufmerksam. Ein Großteil der Menschen weist darüber hinaus das Jakobsonsche Organ auf.

Dieses dient bei Tieren zur Erkennung von Signalstoffen, den Pheromonen. In der Forschung gibt es die Theorie, dass Menschen darüber sexualhormonähnliche Substanzen wahrnehmen können. Gebärfähige Frauen verfügen über einen besonders sensibilisierten Geruchssinn. Der Geruch von Mutter und Kind spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau einer engen Bindung zwischen beiden. Er bewirkt nicht nur gegenseitiges olfaktorisches Erkennen, sondern auch die Stärkung des Gefühls von Vertrauen und Geborgenheit. Da der einzigartige Geruch eines Menschen durch seine Herkunft bestimmt wird, besitzen miteinander verwandte Menschen einen ähnlichen Geruch. Man spricht von einem bestimmten Familiengeruch, der den Zusammenhalt innerhalb dieser Gruppe verstärkt.

 

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Der Geruchsinn ist eines der Mysterien des Menschlichen Körpers. Er spielt nicht nur beim Essen und der Partnerwahl eine große Rolle, sogar beim Lernen. Der Olfaktorische Sinn ist direkt mit dem Limbischen System verbunden, dass für Erinnerungen und Emotionen zuständig ist. So kann ein bekannter Duft einen direkt in einen früheren Zustand zurück versetzen. Zum Beispiel kann der Duft von frisch gebackenen Kuchen an die Oma erinnern. Oder der Geruch von Rauch an ein Lagerfeuer aus der Kindheit. Wie genau all dies ist noch nicht ganz klar. Es ist aber unumstritten, das der Geruchsinn einer der wichtigsten Sinne des Menschen ist.

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